In einem Artikel der jüngsten Ausgabe der ADAC Motorwelt (Ausgabe Mai 2016) geht auch der ADAC auf das Thema Drohnen ein. Inhaltlich im Grunde richtig, stellt der Artikel aber einige Sachverhalt unkorrekt oder zumindest missverständlich dar. Hierzu hat der Bundesverband Copter Piloten die Redaktion von ADAC Motorwelt angeschrieben und um eine Richtigstellung in der nächsten Ausgabe gebeten.

Artikel ADAC Motorwelt: Voll auf Drohne

Sehr geehrter Herr Kunz,
sehr geehrtes Redaktionsteam ADAC Motorwelt,

in Ihrem Artikel „Voll auf Drohne“, veröffentlicht in der jüngsten Ausgabe der ADAC Motorwelt (Mai 2016), berichten Sie auf S. 10 kurz über das Thema Drohnen. Inhaltlich ist Ihr Artikel im Grunde richtig, stellt aber einige Sachverhalt unkorrekt oder zumindest missverständlich dar: so ist durchaus fragwürdig, ob es am Flughafen Heathrow in London überhaupt zu einer Kollision zwischen Airbus und einer Drohne kam. Aktuelle Berichterstattungen, auch von behördlicher Seite, sprechen stattdessen schon länger von einem Plastiksack. Eine Drohne war hier offensichtlich nicht im Spiel gewesen, zumal eine Kollision auch Schäden am Rumpf des Flugzeugs hätte verursachen müssen.

Auch die Aussage, dass die Polizei zur Abwehr der Drohnen auf Raubvögel zurückgreife, ist so u.E. nicht richtig. Vielmehr werden derzeit und nur in Holland Tests mit Raubvögeln durchgeführt, die zeigen sollen, ob trainierte Raubvögel hierzu in der Lage sind und sich dabei nicht verletzen. Tierschützer haben bereits Bedenken gegen den Einsatz von Raubvögeln ausgesprochen und es gibt auch schon eine Vielzahl geeigneter Maßnahmen, die ohne den Einsatz von Tierleben zum Erfolg führen.

Der ADAC hat fast 19 Mio. Mitglieder und ADAC Motorwelt eine Auflage von 15,1 Mio. Leser. Man darf also annehmen, dass viele den Artikel lesen werden und dies neue Gerüchte und die Angst vor Drohnen weiter schüren wird. Richtig finden wir, dass die bereits bestehenden verbindlichen Richtlinien von Copter-Piloten eingehalten und so unnötige Gefährdungen vermieden werden. Dafür setzen wir uns als neu gegründeter Bundesverband Copter Piloten e.V. (BVCP) ein.

Daher bitte wir Sie im Interesse aller Copter-Piloten um eine Richtigstellung in der nächsten Ausgabe der ADAC Motorwelt. Gerne bieten wir uns Ihnen auch als Gesprächspartner an, wenn es um Fragen der Sicherheit von Drohnen bzw. Multikoptern geht und vermitteln Kontakte zu unseren Mitgliedern.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Bach
(Vorstandsvorsitzender BVCP)

 

Hinsichtlich der Falsch-Meldung zur Kollision mit einer Flugdrohne am Flughafen Heathrow liegt uns inzwischen ein Antwortschreiben von ADAC Motorwelt vor:

Sehr geehrter Herr Bach,
 
Vielen Dank für Ihr Interesse an der ADAC Motorwelt und Ihren Hinweis zur Meldung auf Seite 10 der aktuellen Ausgabe, den mir die Kollegen weitergeleitet haben.
 
Selbstverständlich ist die Redaktion der ADAC Motorwelt immer bemüht, ihre Meldungen so akkurat wie möglich zu recherchieren. Leider war die Mai-Ausgabe der Motorwelt schon im Druck, als sich bestätigt hat, dass es im geschilderten Fall am Londoner Flughafen Heathrow wohl keine Drohne war.
 
Mit dieser Meldung wollte die Redaktion nicht die private oder berufliche Nutzung von Drohnen im Rahmen der bestehenden Regelungen in Misskredit bringen, sondern auf die Gefahren hinweisen, die durch die unsachgemäße Handhabung der Fluggeräte für die zivile Luftfahrt entstehen können. Wie real diese Gefahren sind, zeigen die bisherigen Berichte zu ähnlich gelagerten Vorfällen.
 
So kam es allein zwischen April und Oktober 2015 an englischen Flughäfen zu 23 Zwischenfällen mit Drohnen und im Februar 2016 entging ein Flugzeug an einem Pariser Flughafen nur knapp der Kollision mit einer Drohne. Auch die Hubschrauber-Piloten der ADAC Luftrettung hatten in einigen Fällen bereits Sichtkontakt zu Drohnen. Da moderne Drohnen/Multikopter immer höher fliegen können und immer mehr Privatpersonen Drohnen anschaffen, wird die Zahl ähnlicher Vorfälle sicher eher steigen als abnehmen.
 
Dass sich der in der aktuellen Ausgabe der Motorwelt geschilderte Sachverhalt im Nachhinein als unkorrekt erwiesen hat, bedauert die Redaktion.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Jochen Krauß
Leiter Multimedia
ADAC Verlag GmbH und Co. KG

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