Was bleibt, was kommt, was wird neu für uns Copter-Piloten?

Kurz gefragt – schnell geantwortet

Die EU hat eine neue Regulierung zur Nutzung von Drohnen erlassen und die Mitgliedsstaaten müssen diese bis zum 1. Juli 2020 in nationales Recht umgewandelt haben. Die EASA, verantwortlich für die Regelung des europaweiten Luftverkehrs,  hat die neue europaweit einheitliche Regelung für Drohnen entwickelt und diese risikobasiert in drei Kategorien unterteilt.

Derzeit ist erst die erste von drei Risiko-Kategorien umfassend erarbeitet und veröffentlicht worden, die Open Category, weshalb wir uns im Moment auch auf diese konzentrieren möchten.

Sobald die EASA die Spielregeln für die weiteren Kategorien veröffentlicht, werden wir auch zu diesen FAQs erstellen. Diese werden laufend mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) abgestimmt, damit wir hier möglichst alle eine verbindliche und einheitliche Sprache sprechen und so die Community schneller informieren können.

FAQs zur EU-Neuregulierung

Wir beantworten Eure Fragen zur kommenden EU-Regulierung

Es kann sich also laufend noch was ändern, erweitern oder Neues hinzukommen. Wir ergänzen die Sammlung gerne mit Euren Fragen. Schreibt einfach an info@bvcp.de

Allgemeine Fragen

Hier findet Ihr übergreifende Fragen, die für verschiedene der neuen Kategorien oder der nachfolgenden Einsatzzwecke gelten.

Die neue EU-Regulierung unterscheidet nicht zwischen privat oder gewerblich geflogenen Drohnen, sondern nach deren Einsatzrisiko – abhängig von Bauart und Gewicht der Drohne sowie von der Qualifikation des Steuerers und des geplanten Einsatzzwecks, insbesondere hinsichtlich der Nähe zu Personen. Eine Unterscheidung zwischen   und , müsst Ihr hier als private Copter-Piloten vor allem die Open Category und eventuell die Specific Category betrachten. In die Specific Category fällt man automatisch – ganz gleich ob privat oder gewerblich geflogen – wenn man die Bedingungen für die Open Category nicht erfüllt. Umgekehrt gilt: auch gewerblich geflogene Copter-Einsätze können über die Open Category abgedeckt sein, wenn man deren Bedingungen erfüllt. Damit erübrigen sich manchmal die sonst nötigen Erlaubnisverfahren der Specific Category. Die Certified Category ist den hochriskanten Einsätzen vorbehalten (wie z.B. Personen- oder Schwerlasttransport mit Drohnen) und eine Erlaubnis hierfür in jedem Fall individuell zu beantragen.

Drohnen, die vor dem 1. Juli 2020 in den Verkehr gebracht worden sind, haben noch keine CE-Kennzeichnung, wie sie von der EASA vorgeschrieben ist und erfüllen meist auch nicht die technischen Hauptanforderungen (s. Abb.). Aber das bedeutet nicht, dass diese nicht mehr geflogen werden können. Ob das allerdings in der Open Category nur in bestimmten Unterklassen möglich sein wird, klärt sich noch.

Das ist von der EU so vorgesehen. In welchem Umfang, bestimmt jedoch der jeweilige Mitgliedsstaat. Hier ist in Deutschland noch keine Entscheidung gefallen. Wir informieren Euch, sobald das geklärt ist.

Open Category

Hier findet Ihr Fragen zur Open Category – der Kategorie für risikoarmen Einsätze von Drohnen.

In jedem Fall musst Du die Betriebsanleitung gelesen haben. Schließlich sollte man sich erstmal mit der neuen Technik vertraut machen. Das gilt für alle Klassen und Unterkategorien. Ab 250 gr. Abfluggewicht ist dann zusätzlich ein Online-Training mit Online-Prüfung zu absolvieren – durchgeführt und organisiert vom LBA.

Grundsätzlich dürfen Drohnen in der Open Category bis auf die Untergruppe A2 in allen Unterkategorien nach bestandener Online-Prüfung geflogen werden.
Aber Achtung! Sobald die weiteren Rahmenbedingungen nicht mehr erfüllt werden, wie die 
  • Technischen Anforderungen an die Drohne
  • Elektronische ID und Geo-Awareness
  • Abstand der Drohne zu Personen
kann das bedeuten, dass die Drohne in die Specific Category, der mittleren Risikostufe, rutscht und damit ganz andere Voraussetzungen für den Betrieb gegeben sind.

Nach Bestehend der erweiterten Theorieprüfung darfst Du auch in der Unterkategorie A2 der Open Category fliegen, und zwar mit einer Drohne unter 900 gr. Abfluggewicht, mit weniger als 80J kinetischer Energie, in der Nähe von Personen aber in sicherem Abstand zu nicht involvierten Personen.

Eine Registrierung des UAS-Steuerers ist grundsätzlich erforderlich bis auf die CE-Klasse C0. Hier dann nur, wenn die Drohne mit einer Kamera oder sonstigen Sensorien ausgerüstet ist, die die Persönlichkeitsrechte von Menschen beeinträchtigen könnte.

Zukünftig werden Drohnen mit den von der EASA entwickelten CE-Klassen gekennzeichnet sein. Diese werden nach Gewicht und technischer Spezifikation der Drohnen vergeben und regeln für jeden leicht erkennbar den späteren Nutzungsumfang. So kann eine Drohne der CE-Klasse C1 und C2 beispielsweise einzelne Personen überfliegen und nur in der Klasse C1 ist eine bestandene Onlineprüfung erforderlich, während Drohen mit C2-Kennzeichnung einen sicheren Abstand zu nicht vorher involvierten Personen halten muss und zudem einen Kenntnisnachweis in Form einer vertiefenden Theorieprüfung benötigt. Während in den CE-Klassen C3 und C4 erst gar keine nicht involvierten Personen zu erwarten sein dürfen oder man sich gleich in sicherer Entfernung zu Städten befinden muss.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: < 250 gr. Abfluggewicht oder schwerer bis unter 25 kg. Entsprechend muss Du Dich an die Vorgaben der Open Category halten.

Als Eigenbauten gehören sie keiner CE-Klasse an.

Den Mitgledsstaaten ist für den Übergang ein Spielraum bis 1. Juli 2022 eingeräumt worden.
In diesem Zeitraum kann noch nach der bisherigen LuftVO geflogen werden – natürlich nur innerhalb Deutschlands.
Für’s Ausland brauch es dann schon den neuen „Drohnen-Führerschein“.

Das ist von der EU so vorgesehen. In welchem Umfang, bestimmt jedoch der jeweilige Mitgliedsstaat. Hier ist in Deutschland noch keine Entscheidung gefallen. Wir informieren Euch, sobald das geklärt ist.

BOS

Hier finden sich Fragen aus dem Bereich BOS – Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.
Obwohl von den meisten Verboten weitestgehend befreit, müssen auch diese sich an Grundregeln des Luftverkehrs haben, ansonsten stellen die eingesetzten Drohnen selbst ein hohes Risiko dar.

Drohnen bieten im Bevölkerungsschutz ein breitgefächertes Anwendungsspektrum.
Mit voranschreitender Technik sind weitere Einsatzmöglichkeiten denkbar.

Heute nutzbare Einsatzmöglichkeiten sind u.a.:

• Luftbildaufnahmen zur Lagefeststellung, Lagedarstellung und Dokumentation,

• Ortung von Menschen oder Tieren mit Infrarotbild-Kameras,

• Detektion von (versteckten) Wärmequellen/Glutnestern,

• Detektion von Gefahrstoffen und Strahlenquellen mit speziellen Messgeräten.

Der Transport von Geräten, Medikamenten oder anderen Hilfsmitteln sowie der Aufbau eines WLAN-Netzes oder die Verlängerung von Funkstrecken sind weitere hilfreiche Anwendungsmöglichkeiten.

Für den Betrieb von Drohnen gelten nationale, europäische und internationale luftrechtliche Vorschriften. Wichtige nationale Vorschriften sind z. B. die Luftverkehrsordnung (LuftVO), das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) sowie die Luftverkehrszulassungsordnung (LuftVZO).

Darüber hinaus können amtliche Bekanntmachungen wie die Nachrichten für Luftfahrer (NfL), Notice(s) to Airmen (NOTAM5), das Luftfahrthandbuch AIP sowie ICAO-Karten von Bedeutung sein.

Der für BOS priviliegierte Betrieb deckt auch den Betrieb unter Aufsicht ab. Hiermit werden die Fälle erfasst, in denen die Behörde über keine eigenen Geräte verfügt, sondern sich diese zur Verfügung stellen lässt. In diesen Fällen beaufsichtigt sie den Einsatz und trägt die Verantwortung.

Mit der Übernahme der Aufsicht durch BOS wird auch die entsprechende Haftung übernommen. Beim Betrieb unter Aufsicht sollte daher sichergestellt sein, dass die aufsichtsführende Person umfassende Kenntnisse der Empfehlungen für gemeinsame Regelungen zum Einsatz von Drohnen im Bevölkerungsschutz hat. Bei Beauftragung Dritter unter Aufsicht von BOS können Amtshaftungsansprüche in Betracht kommen.

Ja, wie auch für private und kommerzielle Geräte gilt eine Kennzeichnungspflicht ab einem Startgewicht von 0,25 kg.

In unserem Shop finden Sie eine Auswahl verschiedenster Drohnen-Plaketten in unterschiedlichen Größen, Farben und Ausführungen, auch mit Abzeichen, Logo oder QR-Code kombinierbar – alle gemäß den Anforderungen der Behörden und der Hersteller.

Drohnen als sog. Luftfahrzeuge unterliegen den RegeLungen über die Haftpflicht für Drittschäden nach dem LuftVG. Der Betrieb von Luftfahrzeugen ist in der Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt, sondern bedarf einer gesonderten Halter-Haftpflichtversicherung. Bund und Länder sind als ”Selbstversicherer“ hiervon ausgenommen.

Bei großflächigen und/oder komplexen Einsatzlagen kann der Betrieb von mehreren Drohnen ggf. durch mehrere Einheiten erforderlich sein. Für den sicheren Einsatz sind nach den Empfehlungen für Gemeinsame Regelungen dann neben der jeweiligen Drohneneinheit ggf. zusätzliche Funktionen zu besetzen wie bspw. ein Abschnittsleiter und/oder Flugleiter.

In den Gemeinsamen Regelungen wird empfohlen, einen „Abschnittsleiter Drohnen“ einzusetzen, wenn mehrere Drohnen im Einsatz sind. Er koordiniert den Drohneneinsatz taktisch und stellt die Verbindung zur Einsatzleitung her.

Der Flugleiter Drohnen koordiniert den Flugverkehr an einem Start- und Landeplatz, wenn mehrere Drohnen eingesetzt werden. Dies umfasst u.a. die Start- und Landefreigabe und die Abstimmung mit dem „Abschnittsleiter Drohnen“.

Bemannte Luftfahrzeuge haben Vorrang vor unbemannten, d.h. eine Drohne der 805 ist bei Annäherung eines Hubschraubers grundsätzlich unverzüglich zu landen, um die Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten. Das gilt auch bei Annäherung von nicht autorisierten Luftfahrzeugen.

Wenn eine Absprache zwischen den verantwortlichen Luftfahrzeugführern erfolgt ist, kann ein Betrieb von Drohnen an einer Einsatzstelle fortgesetzt werden. Die Absprache kann unmittelbar oder auch durch die verantwortlichen führenden Stellen (Leitstelle, Flugleiter Drohne, Abschnittsleiter Drohne, etc.) erfolgen.

Der Drohnensteuerer führt ein persönliches Flugbuch. Darüber hinaus wird empfohlen, den Betrieb der Drohne einschließlich aller System-Komponenten sowie besondere Vorkommnisse in einem gerätespezifischen Flugbuch zu dokumentieren und dieses aufzubewahren.

Besondere Vorkommnisse beim Drohneneinsatz sind der Einsatzleitung zu melden. Ggf. kann es sinnvoll sein, Auszüge aus der Flugdokumentation in der Einsatzdokumentation zu ergänzen.

Der BVCP bietet in seinem Shop ein professionelles Flugbuch zur Dokumentation an, das bereits den neuen, europäischen Richtlinien entspricht.

0 Comments

Leave a reply

Bundesverband Copter Piloten e.V. (BVCP)

Log in with your credentials

or    

Forgot your details?

Create Account