In den vergangenen Wochen ist das Thema Drohnensicherheit zunehmend in den Fokus von Politik und Medien gerückt. Mehrfach kam es international wie auch in Deutschland zu sicherheitsrelevanten Vorfällen in der Nähe von Flughäfen, die zu massiven Störungen des Luftverkehrs führten.

Die Bundesregierung plant deshalb, die gesetzlichen Befugnisse auszuweiten. So berichtete Heise Online, dass das Bundeskabinett schärfere Regeln gegen illegale Drohnenflüge vorbereitet (Heise, 25.09.2025). Auch die ARD Audiothek griff die Diskussion jüngst auf und machte deutlich, dass ein politischer Konsens über neue Maßnahmen wächst (ARD Audiothek).

Parallel dazu berichten Medien über technologische Abwehrlösungen, etwa aus Niedersachsen (HAZ über neue Drohnenschutzsysteme: HAZ), und die Fachpresse fordert eine umfassende Strategie zur Drohnenabwehr (aero.de: aero.de).

Sicherheit ja – Pauschalverdacht nein

Das Bundeskabinett hat bereits beschlossen, das Luftsicherheitsgesetz zu ändern. Demnach kann künftig auch die Bundeswehr in der Drohnenabwehr Amtshilfe leisten – bis hin zum Abschuss illegaler Drohnen, jedoch nur als Ultima Ratio, wenn Menschenleben oder kritische Infrastrukturen unmittelbar gefährdet sind und die Polizei technisch nicht handlungsfähig ist.

Diese Maßnahmen sind im Kern nachvollziehbar und dienen dem Schutz der Bevölkerung. Dennoch beobachtet der Bundesverband Copter Piloten e.V. (BVCP) mit Sorge, dass die Debatte zunehmend von pauschalen Bedrohungsszenarien geprägt wird. Das Risiko besteht, dass Drohnen allgemein als Gefahr wahrgenommen werden und zivile, legale Anwendungen in ein falsches Licht geraten.

Risiken der aktuellen Entwicklung

  • Praktische Gefahren: Ein Abschuss birgt erhebliche Risiken – durch herabfallende Trümmer, Fehlidentifikationen oder Eskalationen, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten.

  • Gesellschaftliche Gefahren: Die öffentliche Stimmung kippt; zivile Drohnenpiloten berichten von wachsendem Argwohn, Anfeindungen und einzelnen konfrontativen Situationen.

  • Rechtliche Risiken: Überzogene Befugnisse könnten zu Fehlentscheidungen führen – mit der Folge, dass legale Piloten unter Generalverdacht geraten.

  • Reputationsrisiken: Schlagzeilen über „Spionagedrohnen“ oder „Gefährdungen“ prägen das Bild in der Öffentlichkeit und gefährden das Vertrauen in gewerbliche Missionen und in gemeinnützige Einsätze wie Rehkitzrettung oder Feuerwehrunterstützung.


Position des BVCP

Der BVCP betont: Drohnen sind in ziviler Nutzung wertvolle Werkzeuge mit hohem gesellschaftlichem Nutzen. Sie leisten unverzichtbare Dienste in der Gefahrenabwehr, bei Rettungseinsätzen, im Umweltschutz, in der Landwirtschaft, im Bauwesen, in der Vermessung, in den Medien und vielen weiteren Bereichen.

Es wäre ein schwerwiegender Fehler, wenn durch einseitige Darstellung der Drohnen als allgemeine Gefahr alle Drohnenpiloten unter Generalverdacht gestellt würden. Sicherheit darf nicht gegen Innovation und gesellschaftlichen Nutzen ausgespielt werden. Statt übereilter Panikreaktionen braucht es differenzierte Regulierung und Aufklärung.

Hier gilt es ein funktionierendes System der Detektion und wirksamer, für Unbeteiligte gefahrloser Gegenmaßnahmen für derartige Bedrohungsszenarien zu entwickeln. Die Erkennbarkeit von Drohnen ist ein erster Schritt. Aktiv wird dies von vielen Fernpiloten schon so gehandhabt, indem sie ihre e-ID als Betreiber in die Software eintragen und somit sowohl die Flugbewegungen als auch der Standort des Piloten für Behörden erkennbar sind. Dies gilt verpflichtend bereits für C1 bis C3-klassifizierte Drohnen. So kann schneller festgestellt werden, ob der Flug angemeldet ist und wer dort fliegt.

Allerdings ist klar, wer eine Bedrohung mit Drohne inszenieren will, wird diese Kennung vermutlich sofort deaktivieren. Daher braucht es darüber hinaus, geeignete passive Erkennungsverfahren und einen Plan wirksamer aber für Unbeteiligte gefahrloser Gegenmaßnahmen.

Rückblick und Verantwortung seit der Gründung des BVCP

Die aktuelle Debatte ist nicht neu und erinnert an die Anfänge unseres Verbandes: Bereits 2016 berichteten internationale Medien über angebliche Beinahe-Zusammenstöße zwischen Drohnen und Verkehrsflugzeugen. Nur in manchen Fällen handelte es sich auch um gezielte Provokationen wie etwa am Flughafen London-Gatwick (siehe unser Bericht vom 23.12.2018), meist eher um Unkenntnis oder Unachtsamkeit von Fernpiloten. Nicht selten stellte sich im Nachhinein auch heraus, dass es sich bei gesichteten Objekten doch nur um harmlose Objekte wie hochgewirbelte Plastiktüten oder Verwechslung mit Beleuchtungen von Windkraftanlagen gehandelt haben könnte. Dennoch führten die medial stark aufgegriffenen Berichte zu wachsender Skepsis gegenüber der zivilen Drohnennutzung und zu der Befürchtung, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen drastisch verschärft werden könnten.

Initiative des BVCP

Um in dieser Situation ein differenzierteres Bild in der Öffentlichkeit zu zeichnen, wurde 2016 der Bundesverband Copter Piloten gegründet. Schon damals war es unser Ziel, den gesellschaftlichen Nutzen von Drohnen sichtbar zu machen und Verantwortung in den Vordergrund zu stellen. Mit der Initiative „Aerial Culture – Fliegen mit Verantwortung“ warb der BVCP erfolgreich für gegenseitiges Verständnis und einen respektvollen Umgang zwischen Bevölkerung und Drohnenpiloten.

Heute sehen wir uns erneut in der Verantwortung, diesen Ansatz fortzuführen. Die tatsächlichen Probleme liegen nicht im legalen, verantwortungsvollen Drohnenflug, sondern im Missbrauch von Drohnen als Mittel der Bedrohung. Hier braucht es wirksame technische Lösungen und klare Abwehrstrategien. Deshalb begrüßen wir grundsätzlich Maßnahmen zur Drohnenabwehr und haben bereits seit unserer Gründung bewusst auch Sicherheits- und Abwehrunternehmen als Mitglieder aufgenommen. Sie gehören selbstverständlich zum Gesamtbild der Drohnenbranche und tragen dazu bei, das Vertrauen in die Technologie insgesamt zu stärken.

Die Abwehr illegaler Drohnen ist notwendig – sie darf jedoch nicht zu einer pauschalen Verurteilung der gesamten Drohnen-Community führen. Der BVCP setzt sich dafür ein, dass Sicherheit, Akzeptanz und gesellschaftlicher Nutzen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Wir rufen daher zu einer sachlichen Debatte auf, die illegale Bedrohungen klar von legalem, verantwortungsvollem Drohneneinsatz trennt. Nur so kann die Drohnentechnologie weiterhin als wertvolle Ressource für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt genutzt werden.

Konkrete Maßnahmen des BVCP

Um unsere Mitglieder zu unterstützen und ein realistisches Lagebild zu gewinnen, setzt der BVCP folgende Maßnahmen um:

  1. Diskussion und Entwicklung von Lösungskonzepten für wirksame Gegenmaßnahmen bei Bedrohungsszenarien durch Drohnen.
  2. Checkliste für Mitglieder: Bereitstellung eines Leitfadens zur Vorsorge und zum Verhalten bei Konfrontationen und Checkliste (Flug voranmelden, freundlich bleiben, dokumentieren, ggf. Anzeige erstatten).

  3. Meldestelle für Vorfälle: Einrichtung eines standardisierten Formulars, mit dem Drohnenpiloten verbale oder körperliche Angriffe, Behinderungen oder Beschädigungen dokumentieren können. Link zur Meldestelle Vorfälle gegen Drohnenpiloten
  4. Dialog und Aufklärung: Aktive politische Gespräche und Öffentlichkeitsarbeit, um die Chancen ziviler Drohnennutzung sichtbar zu machen und Missverständnissen entgegenzuwirken.

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Bundesverband Copter Piloten e.V. (BVCP)

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