alles startklar – Mavic Pro

Schon wenige Tage nach der Vorstellung der neuen Drohne des Marktführers DJI ging in Foren und Facebook Gruppen die Frage um, was nun aus dem Topmodell DJI Phantom 4 wird. Vielerorts wurde DJI zu einem Stamm von Kannibalen erklärt, wo sich die Produkte gegenseitig „aufessen“ und der Mavic Pro den Phantom 4 verschlungen hätte.

An anderer Stelle wurde die Qualität der Aufnahmen der faltbaren Drohne sofort bemängelt und das Flaggschiff Phantom 4 weiterhin an erster Stelle gesehen.

Es herrschte also Aufruhr im Kreis der Drohnenpiloten. An den wenigsten Stellen jedoch ließ und lässt sich eine rationale Einschätzung des Verhältnisses der Drohnen im Sortiment des Marktführers untereinander finden.

Obwohl der DJI Mavic Pro bis jetzt nur vorbestellbar ist, lassen sich doch einige Einschätzungen treffen, wie sich der Mavic Pro im Vergleich mit dem Phantom 4 schlagen würde. Auch preislich unterscheiden sich die beiden Copter ein wenig: Der Mavic beginnt ab etwa 1.186 Euro (Stand: 07.10.16) – Bei den Phantom 4 geht es ab rund 1.150 Euro (Stand: 07.10.16) los. (Quelle: copterdeals.de)

Die harten Fakten

Die Meisten der Leute, die nach der Vorstellung des faltbaren Quadrocopters sofort anfingen, ihre Phantom 4 zu verkaufen, sahen sicherlich den Vorteil der Kompaktheit bei nahezu identischen technischen Details.

Doch wie es meistens ist, ist auch hier Schein nicht gleich Sein. Klar, beide Drohnen bieten 4K Videos und 12 Megapixel Fotos in RAW und JPEG. Doch die Qualität einer Kamera lässt sich nicht an Metriken wie diesen allein messen. Smartphones mit 48 Megapixel Sensoren sind ja auch nicht die besten Kameras auf dem Markt.

Die beiden Kameras der Drohnen unterscheiden sich nämlich in einigen Punkten: Das lichtstärkere Objektiv hat die Kamera des DJI Mavic mit einer Blende von f2.2. Das bisherige Topmodell Phantom 4 kommt hier nur auf f2.8. Dadurch kann mehr Licht auf den Sensor treffen und Aufnahmen bei schwachen Lichtverhältnissen werden deutlich besser. Dies ist auf jeden Fall ein Vorteil des bisherigen Flaggschiffs von DJI.

Weiterhin ist die Brennweite der beiden Kameras unterschiedlich. Der DJI Mavic Pro macht Aufnahmen, die bei einer Vollformat Kamera um die 28mm Brennweite liegen würden, Phantom 4 kommt auf 20mm, was dem Piloten mehr Freiheit in der Wahl des Ausschnitts gibt.

Außerdem muss die Kamera des DJI Mavic manuell in der DJI GO App fokussiert werden. Die Kamera des momentanen Topmodells erfordert dies nicht. Dies hat Vor- und Nachteile: Der Pilot hat mehr Spielraum, was Schärfentiefe angeht, darf aber keinesfalls vergessen, die Aufnahmen zu fokussieren, da sie sonst unscharf werden.

Interessant, wo der Mavic doch eigentlich für simples, unkompliziertes Fliegen gedacht ist.

Der Teufel steckt im Detail… die kleinen Dinge

Viele Phantom Piloten lieben es, die FPV Sicht auf einem relativ großen Bildschirm eines Tablets anschauen zu können. Mit dem Mavic Pro geht dies nur auf eine sehr geringe Distanz.

Auch Zubehör ist für den Mavic Pro logischerweise nur sehr begrenzt und nur von DJI selbst erhältlich. Ein DJI Mitarbeiter ließ allerdings schon verlauten, dass ND Filter von DJI kommen werden und auch eine Sonnenblende für die Fernbedienung und weiteres Zubehör scheinen unumgänglich, schaut man sich den Verlauf vergangener DJI Produktstarts einmal an.

Sicherlich nur für eine kleine Gruppe interessant, aber trotzdem erwähnenswert: Durch die stärkeren Motoren und die größeren Rotoren des Phantom 4 ist der Auftrieb deutlich größer als der des Mavic Pro. So kann das Topmodell auch einige Gegenstände anheben und transportieren.

Frisst der Mavic Pro den Phantom 4?

Der Mavic Pro wird sicherlich einen Großteil der Leute, die Lust aufs Fliegen von Quadrocoptern haben und sich vorher einen Phantom 4 zugelegt hätten, auf seine Seite bringen. Der Phantom 4 wird nach dem Launch des neuesten DJI Quadrocopters höchstwahrscheinlich in die semi-professionelle Nische gedrängt werden, in der die Piloten noch das letzte Detail aus den Aufnahmen herauskitzeln wollen. Der Phantom 4 wird für all Jene ansprechend sein, für die das Drohnenfliegen eine Leidenschaft ist.

Wem Kompaktheit und unkomplizierte Luftaufnahmen wichtiger sind, der wird sicherlich zum Mavic Pro greifen. Das einfache Fliegen und Aufnehmen wird viele Interessierte überzeugen, zur neuen, faltbaren Drohne zu greifen.

Kurzum: Wer den Quadrocopter mit auf Ausflüge nehmen will, greift zum Mavic Pro. Wer für das Aufnehmen mit dem Quadrocopter Unternehmungen machen will, greift zum Phantom 4.

Ein Beitrag von Finn Lobsien

1 Kommentar
  1. Marc R. 1 Jahr ago

    Ich pers. sehe den neuen Dji Mavic als klaren & eindeutigen „Phantom 4“ Killer.
    Aktuelle wüsste ich nicht wirklich einen einzigen technischen oder gar vorteilhaften Grund ,
    wo die Phantom 4 , der neuen Mavic das Wasser reichen könnte.!?
    Und das sage ich , als einer der 5Stk. Dji-P4 besaß und damit knapp über 400std und unendlich
    viele Kilometer bereits geflogen ist.

    Und ja, auch ich habe mir noch zusätzlich zu meiner Dji Inspire RAW , aktuell die neue Dji Mavic bestellt.
    Hauptsächlich als privaten Hobby Copter für mich & unterwegs , aber auch einfach nur als reinen Foto-Copter
    fürs RAW-Format bei kleinen Kundenaufträgen.

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