EU-Drohnen-Regulierung
Update 21.12.2020

Allgemeinverfügung des Luftfahrt-Bundesamtes zur Aussetzung der Registrierungspflicht

Das Luftfahrt-Bundesamt hat am 21.12.2020 eine Allgemeinverfügung zur Aussetzung der Registrierungspflicht für Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugen in der offenen und der speziellen Kategorie und der Verpflichtung für das Anbringen einer Registrierungsnummer auf diesen Luftfahrzeugen gemäß Artikel 14 Absätze 5, 6 und 8 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 veröffentlicht, deren Gültigkeit vom 31. Dezember 2020 bis 30. April 2021 gilt.

Demnach brauchen Drohnen erst bis zum 30. April 2021 registriert und mit der Registrierungsnummer gekennzeichnet zu werden.
Bis dahin kann weiter mit der bisherigen Kennzeichnung geflogen werden.

Nähere Informationen hierzu könnt Ihr in der an alle Betreiber unbemannten Luftfahrzeuge in der offenen und speziellen Kategorie gerichteten Mitteilung zur Allgemeinverfügung des Luftfahrt-Bundesamtes nachlesen.

Möglicherweise dient das der Entlastung der Registrierungsserver, da ansonsten zum Jahresanfang sicher sehr viele Anmeldeverfahren gleichzeitig erfolgen würden. Wir werden für Euch testen, ob und wie eine Registrierung zum Jahresanfang bereits möglich ist und Euch berichten.


Am 31. Dezember 2020 ist es soweit: die neuen europäischen Betriebsvorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge gelten europaweit und es werden keine Betriebserlaubnisse nach nationalem Recht mehr ausgestellt. Die Vorgaben für den Betrieb von Drohnen sind detailliert in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 festgelegt.

Zudem wird es verschiedene Betriebskategorien geben, für die dann unterschiedliche Anforderungen an die Drohne aber auch an die Fernpiloten gestellt werden. Die technischen Anforderungen an die Drohne und die Zuordnung der verschiedenen CE-Klassen (C0 bis C6) werden in der Verordnung (EU) 2019/945 definiert.

Grundlegende Änderung ist die Einführung eines risikobasierten Konzeptes, das Drohneneinsätze in folgende Kategorien einteilt:

Die neuen Risiko-Kategorien

In der OFFENEN KATEGORIE kann grundsätzlich erlaubnisfrei geflogen werden, vorausgesetzt es wird eine Drohne mit neuer CE-Kennzeichnung verwendet und es trifft keines der weiterhin geltenden Verbote der §§ 21a, 21b der Luftverkehrs-Ordnung zu. Diese Kategorie für risikoarme Flugeinsätze wird daher vorwiegend (aber nicht ausschließlich) für den Freizeitbereich und abseits von Menschenansammlungen und damit auch bewohnten Bereichen genutzt werden. Hier gelten folgende Verhaltensregeln:

  • max. Höhe 120 m
  • nur innerhalb der Sichtweite
  • nicht über Menschenansammlungen
  • max. Gewicht unter 25 kg
  • bei Nacht ein grünes Blinklicht
  • kein Abwurf von Gegenständen
  • kein Transport von gefährlichen Gegenständen

Die EASA hat zu den neuen EU-Betriebsregeln ein kurzes Informationsvideo erstellt, das die generellen Verhaltensregeln beschreibt:

Erklärfilm zu den grundsätzlichen Regeln für Drohnen-Piloten

Video: Informationen der EASA zum Drohnenbetrieb

Die OFFENE KATEGORIE ist nochmals in drei Unterkategorien unterteilt:

A1 Urbane Gebiete aber nicht über Menschenansammlungen oder außerhalb urbaner Gebiete (A3)
A2 Urbane Gebiete mit einem Mindestabstand von 5m (mit Langsamflugmodus und durchgeführter Risikobewertung) ansonsten 30m zu unbeteiligten Personen (d. h. Personen, die nicht an dem Drohnenflug teilnehmen und nicht über Gefahren und Verhaltensanweisungen durch den Drohnenbetreiber aufgeklärt wurden) oder außerhalb urbaner Gebiete (A3)
A3 Außerhalb urbaner Gebiete

Die nachfolgende Übersicht mit den Unterkategorien der OFFENEN KATEGORIE zeigt die

  • technischen Anforderungen an die Drohnen
  • erforderliche e-ID, Geoawareness und Registrierung Fernpiloten
  • einzuhaltende Abstände zu einzelnen Menschen (Menschenansammlungen dürfen grundsätzlich nicht überflogen werden)
  • erforderliche Ausbildung der Copter-Piloten

Tabelle OPEN CATEGORY

Die oben beschriebenen Bestimmungen gelten für die Nutzung von Drohnen in der OFFENEN KATEGORIE. Zukünftig werden Drohnen mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein, aus der man schon bei Kauf der Drohne erkennen kann, in welchem Rahmen diese genutzt werden darf. Außerdem wird der Drohne eine entsprechende Beschreibung der CE-Klasse beiliegen.

Aber können ab 31.12.2020 auch die Bestandsdrohnen oder Drohnen ohne CE-Kennzeichnung noch genutzt werden und welche Betriebsvorgaben gelten für diese?

Übergangsbestimmungen für „Altgeräte“ ohne CE-Klassifizierung

Mit Geltungsbeginn der EU-Verordnung am 31.12.2020 wird es für eine begrenzte Zeit die Möglichkeit geben, den bisherigen nationalen Kenntnisnachweis gem. § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr.2 Luftverkehrs-Ordnung für bestimmte Betriebe, abhängig von der eingesetzten Drohne, zu nutzen. Für Drohnen ohne CE-Kennzeichnung wird es bis zum 1.1.2023 Übergangsbestimmungen geben und der Betrieb von „Altgeräten“, also für Drohnen ohne CE-Klassifizierung (C0 – C4), in begrenztem Rahmen möglich sein. Voraussetzung ist, dass der Drohnen-Pilot über einen Kenntnisnachweis nach § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr.2 der Luftverkehrs-Ordnung verfügt (der „große“ Kenntnisnachweis für UAS).

Die nachstehende Tabelle der Landesluftfahrtbehörde Bremen zeigt auf, in welchem Rahmen nicht CE-zertifizierte Drohnen, die vor dem 1. Januar 2023 in Verkehr gebracht und nicht privat hergestellt wurden, zukünftig dennoch in der OFFENEN KATEGORIE geflogen werden können.

Betriebsvorgaben-Bestandsdrohnen

Nach dem 01.01.2023 dürfen Drohnen ohne CE-Klassifizierung, wenn sie die Bestimmungen der OFFENEN KATEGORIE erfüllen, nach folgender Maßgabe weiter betrieben werden:

  • In A1, wenn die höchstzulässige Startmasse der Drohne unter 250g ist oder
  • in A3, wenn die höchstzulässige Startmasse der Drohne unter 25kg ist.

Hier eine Übersicht über die Nutzungsmöglichkeiten von „alten“ und neuen Drohnen ab 31.12.2020 (vielen Dank an Florian Vogt):

Kompetenzregelung Nutzung Drohnen ab 2021

Wer sich detaillierter über die Unterschiede für nicht-CE-konfome und CE-konforme Drohnen detaillierter informieren möchte, kann sich auch folgendes Dokument der Landes-Luftfahrtbehörde Bremen näher ansehen: Übergangsweise Anerkennung von nationalen Kenntnisnachweisen im Bereich der UAS

Unabhängig davon ist deren Betrieb in der SPEZIELLEN KATEGORIE auch ohne CE-Kennzeichnung möglich. In dieser Kategorie für Flugeinsätze mit mittlerem Risiko gelten andere Betriebsregeln. Hier ist eine luftverkehrsrechtliche Erlaubnis auf Basis umfangreicher Risikobewertungen und Betriebskonzepte sowie die Erfüllung der Kompetenzanforderungen an die Fernpiloten erforderlich, oder die Abgabe einer Erklärung auf Basis vordefinierter Risikobewertungen in  Form von Standardszenarien oder Standard-SORA.

Daneben gibt es in der SPEZIELLEN KATEGORIE auch noch die Möglichkeit, als Unternehmen ein Betreiberzeugnis (LUC) zu beantragen, mit dem Betriebe Drohnenflüge innerhalb der speziellen Kategorie durchführen können, ohne eine vorherige Erlaubnis bei der Behörde beantragen zu müssen.

Die dritte „ZULASSUNGSPFLICHTIGE KATEGORIE“ ist für die meisten von uns nicht relevant, da es hier um Flugeinsätze mit hohem Risiko wie dem Transport von gefährlichen Stoffe, schweren Lasten oder Personen (Drohnentaxis) geht. Hier greifen aufwendige Zulassungsverfahren, ähnlich wie in der bemannten Luftfahrt.

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Bundesverband Copter Piloten e.V. (BVCP)

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